Buchtipp: Aktuelle Perspektiven der Hauswirtschaft

Den aktuellen Perspektiven der Hauswirtschaft widmet sich die Buch-Neuerscheinung „Care und die Wissenschaft vom Haushalt“. Die Ausgabe gibt einen umfassenden Einblick in aktuelle Debatten zur Organisation alltäglicher Fürsorge- und Versorgungsarbeiten im privaten und öffentlichen Bereich. Eine der Autorinnen ist Angelika Sennlaub, Professorin für Hospitality Management an der Hochschule Niederrhein. In ihrem Beitrag widmet sie sich der Lebensqualität der Menschen in Pflegeheimen und beleuchtet dabei umfassend die Rolle der Wäsche.

Sensibilität im Umgang mit der Wäsche bei Frauen höher als bei Männern

Die individuelle Kleidung und wer wie damit umgeht, beeinflussen das Befinden eines Menschen stark. Angelika Sennlaub weist darauf hin, dass der Blick der Bewohner in Pflegeeinrichtungen auf die Wäschepflege besonders kritisch ist. Wird doch die persönliche Wäsche von Dritten gewaschen, gebügelt und in die Schränke gelegt. Maßgeblich für Bewohner sind neben dem physiologischen Bedürfnis, sich zu wärmen und zu schützen vor allem psychologische Bedürfnisse wie Scham, Privatheit und Intimität, Verantwortung und Kontrolle.

Als besonders sensibel bezeichnet die Autorin die Lage der Bewohnerinnen in einem Altenpflegeheim. Angelika Sennlaub erklärt: „Als Frauen im eigenen Haushalt waren sie meist der Haushaltsvorstand und hatten die umfänglich Kontrolle und Entscheidungsgewalt, nicht nur für ihre eigene, sondern auch für die Wäsche der Familienangehörigen.“ Es wird deshalb davon ausgegangen, dass die Sensibilität im Umgang mit der Wäsche und dem Waschprozess bei Frauen höher sein wird als bei Männern.

Hauswirtschaft und Wäsche: Inhouse vs. Outsourcing

In Deutschland waschen rund 20 % der Pflegeheime die komplette Wäsche selbst, 25 % geben ihre Wäsche komplett außer Haus. Die überwiegende Mehrheit von gut 55 % gibt einen Teil der Wäsche außer Haus und wäscht andere Stücke selbst (Quelle: Klasse Wäsche Marktstudie 2013)

Angelika Sennlaub, Professorin für Hospitality Management an der Hochschule Niederrhein, weist auf die Bedeutung der Wäsche für die Lebensqualität von Menschen in Pflegeheimen hin

Im Vergleich der hauseigenen Wäscherei zur Fremdwäscherei scheint mit Blick auf die Individualisierung die hauseigene Wäscherei deutlich im Vorteil, so Angelika Sennlaub:

  • Hier werden Wäschesäcke vor dem Waschen kontrolliert und (nach)sortiert,
  • die Spitze der Bluse wird gesondert ohne Aufpreis aufgebügelt,
  • und auch private Bettwäsche kann mitgebracht werden.
  • Der Verlust von Wäscheteilen wird vor allem beim Nutzen von Fremdwäschereien immer wieder beschrieben. In hauseigenen Wäschereien ist der Prozess einfacher: Nicht gekennzeichnete Wäschestücke gehen nicht verloren, sondern können gesammelt und zur Durchsicht bereit gelegt werden.

Fazit: Aus der Sicht der Bewohnerschaft bietet deshalb eine hauseigene Wäscherei deutliche Vorteile.

Neue Perspektiven der Hauswirtschaft im Heim

Buchtipp: „Care und die Wissenschaft vom Haushalt“, Springer VS, 2018, Richtpreis: rund 50 Euro

20. Juli 2018|Alten- und Pflegeheime, Im Haus Waschen, Service|Kommentare deaktiviert für Buchtipp: Aktuelle Perspektiven der Hauswirtschaft