In den hauseigenen Wäschereien von Altenpflegeheimen stellt sich immer wieder die Frage der Wäschekennzeichnung. Wie sind die Textilien der Bewohner zu kennzeichnen, dass sie jederzeit und eindeutig ihren Besitzern zugeordnet werden können? Welche Technik soll für die Wäschekennzeichnung eingesetzt werden? Soll die Wäsche händisch oder elektronisch erfasst werden? M. Christine Klöber, staatlich geprüfte hauswirtschaftliche Organisationsberaterin, hat die Antworten.

Wie kann man das Problem der Wäschekennzeichnung lösen?

Es gibt viele Kennzeichnungsmöglichkeiten. Es können Stick- und Webetiketten, Patchetiketten, händische Beschriftungen, Barcodes, ein Data-Matrix-System oder RFID-Tags eingesetzt werden. Bei der Auswahl der Methode müssen außer der guten Les- und Haltbarkeit auch die Optik und gute Trageeignung für die Nutzer berücksichtigt werden. Jede Art der Anbringung ist arbeitsintensiv. Sie muss durch geschulte Mitarbeiter sehr gut geplant sein: von der Arbeitsplatzgestaltung bis zum systematischen Handeln.

Händisch oder elektronisch – welche Kennzeichnung empfehlen Sie?

Grundsätzlich sollte sich die Wäschekennzeichnung am Bedarf der Bewohner und der hauseigenen Wäscherei ausrichten. Gewebte Namensbänder dürften der Vergangenheit angehören, weil es sehr zeitintensiv ist, sie anzubringen. Eine andere Methode hat sich in den vergangenen Jahren etabliert: Mit einem Bar- oder Strichcode bedruckte, elastische oder unelastische Gewebebänder werden in die Textilien eingepatcht. Diese Methode ist bei der Wäschekennzeichnung inzwischen Standard.

Was sind die Vorteile dieser Wäschekennzeichnung?

Mithilfe des Bar- oder Strichcodes wird schnell und zuverlässig ersichtlich, wem das Kleidungsstück gehört. Außerdem kann man die Etiketten in verschiedenen Farben oder Formen (vollfarbig, Streifen, Punkte) auswählen und einarbeiten, sodass im internen Wäschekreislauf beim Schmutzwäscheabwurf der Mitarbeitende bereits an der Farbe des Etiketts erkennt, in welchen Sammelsack das schmutzige Textil abgeworfen werden soll. Das gleiche System der Wäschekennzeichnung funktioniert übrigens auch konventionell, wenn auf die vorhandenen Patches ein entsprechender Farbpunkt gepatcht wird oder bei Neuanschaffung von Patchbändern gleich entsprechende farbunterschiedliche Bänder genutzt werden.

Der Barcode: Elastische Gewebebänder, die mit einem Bar- oder Strichcode bedruckt sind und in die Textilien gepatcht werden, sind inzwischen Standard bei der Wäschekennzeichnung.

Der Barcode zur Wäschekennzeichnung: Elastische Gewebebänder, die mit einem Bar- oder Strichcode bedruckt sind und in die Textilien gepatcht werden, sind inzwischen Standard bei der Wäschekennzeichnung.

Gibt es noch bessere Methoden der Wäschekennzeichnung?

Der technische Fortschritt macht auch bei der Wäschekennzeichnung nicht halt. Neuerdings werden sogar Chips verwendet, in denen die Namen der Kunden oder Heimbewohner gespeichert sind und als Signal ausgestrahlt werden. Der Vorteil: Fehlende Textilien können anhand der Dokumentation schneller gefunden werden. In einigen Wäschereien wird die Wäsche überdies mittels einer Software eingescannt und dem jeweiligen Besitzer über ein LED-gesteuertes Sortierregal zugeordnet, ohne dass händisch vor- oder nachsortiert werden muss. Das ermöglicht das Sortieren von kontaminierter Wäsche unter besonders hygienischen Bedingungen.

Lohnt es sich denn, diese neue Identifikationstechnik anzuschaffen?

Diese digitale Technik macht es fürs Management sogar noch leichter, die Kosten den jeweiligen Kostenstellen zuzuordnen, ein exaktes Budget zu berechnen, Personal zu steuern, Inventuren unproblematisch und zeitnah durchzuführen sowie Verluste entsprechend zurückzuverfolgen. Diese vielen neuen Möglichkeiten sparen Zeit und damit auch Geld.

Christine Klöber / Foto: Jens Distelberg

Christine Klöber / Foto: Jens Distelberg

M. Christine Klöber ist seit 1996 selbständige Unternehmensberaterin mit den Schwerpunkten hauswirtschaftliches Dienstleistungs- und Qualitätsmanagement und Geschäftsführerin von KlöberKASSEL.

Neu anfangen oder umrüsten? Neun Fragen zur Wäschekennzeichnung

  • Welche Bedürfnisse haben Ihre Bewohner und welche Anforderungen die Fachbereiche?
  • Wie sollen die einzelnen Prozesse innerhalb des Wäschekreislaufes gestaltet werden?
  • Welche Eigenschaften soll das Kennzeichnungssystem haben?
  • Soll das Volumen des Wäschekreislaufes später erweitert werden?
  • Sind Softwareschnittstellen bei einem elektronischen System machbar?
  • Was muss in Sachen Schnittstellen beachtet werden?
  • Welche Investitionen sind bei welchem System zu tätigen?
  • Was sind Ihre unternehmersichen Ziele?

Dieser Beitrag ist auch in der Zeitschrift PROconcept international erschienen, die das Klasse Wäsche Mitglied Miele Professional herausgibt.